Danilo entstammt einer erfolglosen Händlerfamilie im Südosten Österreichs an der Grenze zu den Magyaren. Zeitweise verdingte er sich als Landschaftsgärtner oder Mitarbeiter bei einem kostengünstigen Escort-Service und hielt sich mehr schlecht als recht mit einer Polkamusik-Kombo über Wasser, für die er das Tenorhorn spielte.
Doch eines schicksalsträchtigen Tages klopfte ein Mann aus Bayern an seine Tür. Er fragte nach seinem Horn und erklärte, er könne es noch horniger hämmern, wenn Danilo ihm nur für wenige Tage überließe. Danilo, der bis dahin nie mit Unrecht konfrontiert worden war, gab dem Mann vertrauensvoll das Horn. Doch nachdem auch nach Wochen keine Antwort kam, brach Danilo auf, den Bayern heimzusuchen. Erfolglos. Von dem Halunken war keine Spur mehr zu finden. Desillusioniert und seines Hornes beraubt kehrte Danilo zurück in seine Heimat.
Als er sich zum Mädels gucken auf einer Parkbank in der Steiermark niederließ, reichte ihm ein merkwürdig dreinblickender Geselle mit Fellmütze eine Gitarre. „Scheiß auf das Tenorhorn und spiel Polka in unserer Band, Danilo!“ sagte er mit einem bemühten Lächeln. Danilo – noch nie ein Mann großer Widerworte – nahm die Gitarre und stellte sich seinem Schicksal.
Brat Danilo spielt für Turbo Sapienowa die Gitarre.

Sergej

Sergej reiste vor einigen Jahren als deutscher Tourist mit der Transsib gen Wladiwostok. In der Gegend von Jekaterinburg stieg ein alter Mann mit Akkordeon hinzu. Als sich Sergej, damals noch Constantin, neben den Alten setzte, hörte dieser sofort auf zu spielen. „Sergej! Hör mir zu!“, sagte der Alte. „Wer ist Sergej? Verwechseln Sie mich?“. „Sergej, nimm dieses alte Akkordeon.“, der alte Mann ging überhaupt nicht auf ihn ein. „Du musst eine Band gründen! Hier hast du einen Zettel, da stehen gute Lieder“. „Mein Name ist Constantin und ich habe keine Ahnung, was sie von mir wollen!“. Doch der Alte erwiderte bloß: „Kanetshna! Gestern warst du vielleicht noch ein anderer, aber heute bist du Sergej! Deine Band heißt Turbo Sapienowa und du wirst Akkordeon spielen! Panjatna?“. Constantin hatte verstanden. Der alte Mann hatte Recht, das wusste er.
Seitdem spielt Sergej in der Band Turbo Sapienowa, ohne allerdings der russischen Sprache wirklich mächtig zu sein. Und zu allem Übel ist sein wohlklingendes Hochdeutsch einem sehr akzentbelasteten Deutsch gewichen.
Sergej spielt für Turbo Sapienowa das Akkordeon, die Trompete und das Saxophon und singt.

Einst lebte er in Uskaminagorsk, einem Dorf im fernen Kasachstan mit seiner Frau und vier süßen kleinen Kindern. Dort war das Leben hart und einfach. Brauchte die Familie Nahrung und Kleidung, so erlegte er ein Tier, brauchte sie Wasser, so ging er zur nahen Quelle. Jedes Bedürfnis der Familie hatte eine Lösung und gab es einmal keine Lösung, so gab es auch kein Bedürfnis.
Er lebte im Einklang mit der Natur und den Göttern. Und eben diese wiesen ihm, daran gab es für Artur keinen Zweifel, seinen vorherbestimmten Weg. So kam es dann, dass eines Nachts am Ufer des Aralsees ein altes Boot angespült wurde. Während Artur dieses zu Brennholz verarbeitete, fand er im Rumpf des Schiffes einen verwitterten Kontrabass auf dessen Rückseite sich eine Aufschrift befand: „Turbo Sapienowa – Artur Shakur“.
Sein Weg war nun klar. Er verbrachte Wochen damit, den Kontrabass zu restaurieren. Als dieser wieder spielbar war, besorgte er aus dem Dorf Katzendarm für die Saiten. Dort traf er auf Sergej, der gerade auf dem Markt Zwiebeln, Speck und Wodka für die Band kaufen wollte. Artur sagte seinem Bruder, er sei bald wieder zurück und er solle sich nun erst einmal um seine Familie kümmern.
Seitdem die Geschäfte bei Turbo Sapienowa gut laufen, zieht er mit seiner Familie in einem Wohnwagen von Konzert zu Konzert, im Einklang mit seiner göttlichen Bestimmung.
Artur spielt für Turbo Sapienowa den Kontrabass und singt.

SERGEJ SWAINENAKEN

Danilo
Arthur

ARTUR SHAKUR

BRAT DANILO

Styopa

STYOPA

In einer wundervollen Reihenhaussiedlung in direkter Nachbarschaft des Gießener Eulenkopfs erblickte Uwe Crazy Move kurz nachdem Petroleum das Walfett vom Markt der Leuchtmittel verdrängte das dimme Licht der Welt. Das Leben war hart, aber ungerecht. Der Kaviar war überteuert und auch der Wodka stand noch eisgekühlt unerreichbar hinter dem eisernen Vorhang. Dekadenter Alkoholgenuss war zu dieser Zeit noch nicht und somit musste Uwe zwangsläufig einer anderen Beschäftigung nachgehen. Voller Mitleid ob der ungünstigen Zeit seiner Kindheit wollten seine Eltern jedoch ein Mindestmaß an freizeitlicher Beschäftigung bieten und fassten einen Plan: Uwe soll es einmal besser haben als viele andere.

Er soll Schlagzeug lernen. Denn wie auch seinen Eltern bekannt war, hat man als Schlagzeuger nur Vorteile. Man muss wenig von Gig zu Gig transportieren, man steht immer im Vordergrund und man wird vor allen Dingen als Musiker am ehesten wahrgenommen. So suchten sie in den Trümmern eines ehemaligen Musikalienhandels nach Eisen und Stahl, welches sie zu Trommeln umbauen wollten. Unter anderem wurde eine Trompete so umfunktioniert, dass sie als Ständer für eine Hihat gelang und über ein Bariton- sowie Tenorsaxophon wurden jeweils Felle gespannt, so, dass sie als Hängetoms nutzbar wurden. Dem ebenfalls gefundenen Kontrabass wurde der Hals abgesägt, der später noch Verwendung finden sollte als väterlicher Rückenkratzer, während der Korpus überspannt wurde und als Bassdrum gute Dienste leistete. Einem Cello erging es ähnlich wie dem Kontrabass, nur dass von unten noch Nägel hineingehauen wurden, damit es auch als Snare mit Teppich gute Dienste leisten konnte. Das Griffbrett war leider nicht geeignet als Rückenkratzer und wurde eingekocht für spätere Mahlzeiten. So hatte Uwe also ein mehr oder minder geeignetes Schlagzeug bekommen, saß davor und wusste nicht so recht was er machen sollte. Die Eltern versuchten ihn zu animieren und lautmalten ehrgeizig: „Bumm Bumm, Uwe! Mach Bumm Bumm!“. Uwe nahm eines der Saxophone und spielte darauf einen Klassiker von Duke Ellington. Sichtlich verstimmt nahm die Mutter ihm das Saxophon weg und entschied, dass Uwe noch zu jung sei für Musik.

Die nächsten Jahre verbrachte Uwe um Ulm herum auf einem Bauernhof, wo er bei Verwandten Schafe hüten und über sein Leben nachdenken sollte, wie seine Eltern entschieden. Anfänglich gestaltete sich dies äußerst schwierig, weil es sich um sogenannte Lachgas-Schafe handelte, die einerseits durchgehend kicherten, andererseits aber auch besonders rasch umherzogen. So kam es doch häufiger vor, dass sich die Schafe einen Spaß daraus machten, den armen Uwe hinter sich her zu schleifen. Als Uwe 1989 die zarte Blüte der Adoleszenz erreichte und zu dieser auch die Übergabe eines Flachmannes an einen jeden Schäfer zählt, kam es zu einem Wendepunkt in seinem Leben. Eines der Schafe zog ihn wieder hinter sich her. Doch diesmal kam Uwe mit seinem Flachmann stetig auf dem kieseligen Boden auf. „Bumm Bumm“ ertönte es aus dem bereits zuvor resonanzberücksichtigend geleerten Flachmann. Uwe ließ erschrocken die Leine des Schafes los und wurde sich seiner Bestimmung gewahr. Er drehte umgehend um und nahm den langen Marsch nach Gießen zurück auf sich. Die Schafe hörten ihn noch aus der Entfernung immer wieder mantraartig „Bumm Bumm“ brummen. Nach etlichen Kilometern und immer noch mit dem 2/4 Beat beschäftigt traf Uwe auf eine russische Zirkusgruppe, die den weiten Weg von Moskau auf sich genommen hatte. Diese nahmen ihn sofort in den Zirkus auf aufgrund der doch recht exzentrisch wirkenden „Bumm Bumm“ Performance.

Irgendwann lernte Uwe allerdings auch den ¾ und den 4/4 Beat und zu guter letzt fing er sogar an mit krummen Rhythmen zu experimentieren. Uwe war leider unter diesen Umständen nicht mehr haltbar für den Zirkus. Als Uwe eines Nachts von einer seiner Bumm Bumm Nachtwanderungen zurück kam, hatte sich dieser klammheimlich von dannen gemacht. Uwe bummte weiter und erreichte nach Wochen Gießen. Dort setzte er sich an das Schlagzeug und begann zu spielen. Er spielte und spielte und irgendwann verstummte sein ewiges „Bumm Bumm“. „Vater, jetzt habe ich verstanden.“, sagte er unter den Freudentränen seiner Eltern, die nicht nur ihren Sohn endlich wieder sahen, sondern auch wussten, dass sein Lebensweg von nun an geebnet ist. Sein Leben war aber noch nicht vollkommen. Doch irgendwann kam ein Anruf von Styopa und Uwe fing an, das Schlagzeug für Turbo Sapienowa zu spielen.

Styopa verbrachte eine wundervolle Kindheit im Vogelsberg. Allerdings wurde er als junger Mann, als er gerade Milch holen wollte, von osmanischen Sklavenhändlern entführt. In einen Sack gepackt und auf ein Kamel geworfen, sah er erst wieder Tageslicht, als er in der fernen Hafenstadt Izmir auf einer Galeere einkehrte. Einer der Sklavenhändler erkannte, dass Styopa zwei sehr gesunde Oberarme und eine kräftige Stimme hat. Daher ernannte er ihn zum Trommelmeister seiner Sklavengaleere. Das Leben war karg und düster. Styopas einziger Halt zu dieser Zeit war sein Vogelsberger Witzebuch, dessen Lektüre ihn nahezu immer zu erheitern vermochte.
Eines Tages hatte die Galeere Wodka, Zwiebeln und Speck geladen. Man befand sich gerade vor Anker in einer bulgarischen Hafenstadt. 
Eine Gruppe von merkwürdig gekleideten Menschen reichte dem Kapitän einen Sack voller Gold. Dieser meinte nur: „Das Boot und der gesamte Inhalt soll nun euer sein.“ und damit verschwand der Kapitän im Hafenbordell. Nachdem die gesamte Ladung verkauft war, erklärte ein Mann mit Fellmütze, dass die Besatzung der Galeere dem bulgarischen Militär zugeführt werden solle. Ein anderer Mann mit wildwüchsigem Vollbart, den man Artur nannte, erkannte jedoch Styopas Qualitäten und erklärte die Bürgschaft für ihn.
Styopa spielt für Turbo Sapienowa die Percussion und singt.

Uwe

UWE CRAZY MOVE

DASCHA

Dascha

Dascha ist seit Januar 2016 in der Band, singt und spielt Akkordeon. Ihre Geschichte ist bis jetzt noch unbekannt, erste Details  kommen bald!

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