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Mama und Papa
Mama und Papa, ich bin nicht mehr da.
Die Reise war schwer, doch euch zu verlassen noch so viel mehr.
Mama und Papa, ich war fast in Europa.
Mir war es nicht klar, dass Gott das gute Leben als Geburtsrecht der Weißen nur sah.
Mama und Papa, kam der Mensch nicht einst aus Afrika?
Und sagten nicht all diese Christen, das Moses auch einmal Flüchtling war?
Und all die Mamas und Papas auf deren Schoß einst ein Kindlein saß,
sagt könnt ihr es fühlen wie jene es fühlen, deren Abschied für immer wohl war?
Mama und Papa, sagt: Ist das wirklich wahr?
Ist in einem Land wie dem unseren der Mensch auf der Flucht für die Anderen wirklich eine große Gefahr?
Mama und Papa. Der Fuchs sagt: „Nur mit dem Herzen sehen wir klar.“.
Heißt es nicht auch, dass „Teile und herrsche“ schon immer die Losung der Zwietracht war?
Mama und Papa, ich bin zwar erst seit kurzer Zeit da,
doch was ich hier sah waren Menschen die lieben und lachen und tanzen;
die schreien und weinen weil das Leben im Ganzen weder Gut noch Böse kennt und den einen nicht vom anderen trennt.
Der Mensch der bleibt Mensch, bekannt oder fremd. Ob schwarz oder weiß, ob arm oder reich, ob links oder rechts,
egal mit welchem Geschlecht.
Gefühle sind echt und wir Menschen gar nicht so schlecht.
Mama und Papa, ich war immer da.
Und ebenso wie eure Mamas und Papas euch liebten so liebte auch ich einmal
Oma und Opa und all jene die ich kommen und gehen sah.
Ich bin so alt wie das Leben und Liebe das Geben weil's schon immer unsere schönste Gabe war.
Mama und Papa, nur durch euch sind wir doch da.
Wir halten fest an dem roten Faden aus Liebe und Tränen.
Von allen die vor uns waren; gewebt durch ihr Leben und spinnen ihn weiter mit all unseren Taten und bleiben heiter.
Komm lass uns nicht mehr warten, denn unsere Zeit ist nicht lang. Was haben wir denn zu verlieren?
Folg' dem inneren Gesang und lass dein Herz doch nicht erfrieren.
FOGEL F – politischer Liedermacher