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Wurst

Ich habe ein Problem mit meinem Wurstverzehr, denn hab ich aufgegessen, dann will ich immer mehr. Ich liebe jede Wurst ob alt, grob oder fein. Ist sie nur schön billig, dann hau' ich sie mir rein. Moralisch höchst verwerflich, ein Ökosupergau; also mach ich alles richtig, wenn ich mich hier umschau'. Die Menschheit liegt im Sterben und richtet sich zu Grund, doch stirbt es sich viel schneller, mit 'ner Wurst in dem Mund. Die Menschen bauen täglich jeden ach so großen Scheiß. Im Darwin Award gewinnen wir den ersten Preis. Wir wollen die Erde retten durch E-Mobilität, abern Akku zu verwerten wer weiß schon wie das geht. Wir schonen die Ressourcen für die man Blut vergießt, und applaudieren Jeff Bezos, wenn er sie in das Weltall schießt. Darauf eine Wurst oder gleich ein ganzes Fass, denn Wurst zu genießen ist die schönste Form von Hass. Wir leben im Zeitalter unbegrenzter Information, da bedarf Wurst zu vermeiden nur geringer Reflektion. So kann es nun schlussendlich nur auf eine Weise sein: ich esse meine Wurst, um nicht mehr lange hier zu sein. Das Jenseits zu erreichen ist ja nicht so schwer, wenn da nicht die Sache mit Durchführung wär'. Es stirbt sich generell leider viel zu schnell und lustiger ists doch wenn ich euch noch bisschen quäl. Den Wursttod zu sterben, das dauert seine Zeit doch machen wirs zusammen dann ist es bald soweit. Denn jeder einzelne Biss bringt uns ganz gewiss Stück für Stück zum Partyrausschmiss. Die Sache hat nen Haken, den hab ich nicht bedacht, denn Wurst wird im Allgemeinen nicht aus Menschenfleisch gemacht. Die Tiere können nichts für meine Misanthropie. Sie erleiden Höllenqualen und dann schlachten wir sie. Den Mensch dafür zu hassen, fällt mir gar nicht schwer, aber ihn dennoch zu lieben eben umso mehr. Ich bin doch selber Mensch und esse gerne Wurst. Doch jetzt lern' ich zu lieben, in nem Fleischaussteigerkurs.
FOGEL F – politischer Liedermacher